Trompe-l’œil – Illusionen an der Wand

Trompe- l’œil, besser bekannt als Illusionsmalerei, spielt in der Innenraumgestaltung seit Mitte der 90er Jahre wieder eine bedeutende Rolle. Die optische Täuschung, wie der französische Begriff übersetzt heißt, verhilft einem Raum zu besonderer Tiefe und Plastizität. Die dreidimensionale Malerei zaubert täuschend echte Landschaften, Gemälde, Türen oder Fenster an Wand und Decken. So mancher Betrachter ist geneigt, durch gezeichnete Türen zu gehen, bis er merkt, dass sie nur aufgemalt sind.

Der Trend zur Illusionsmalerei hat sich in den 90er Jahren im Zuge der Innenraumgestaltung mit unterschiedlichen Wandmaltechniken wiederbelebt. Bücher und Anleitungen sollten jeden in die Lage versetzen, solche Kunstwerke an die Wand zu bringen. Doch es gehört schon weit mehr dazu, als nur eine Anleitung. Denn die Illusionsmalerei erfordert Kunst- und Zeichenverständnis, vor allen Dingen die perspektivische Lehre und der Umgang mit Farben und Schatten sind wichtig. Ohne eine künstlerische Begabung in diesem Bereich, wird es dem Laien schwer fallen, eine richtige, optische Illusion zu verwirklichen.

Selbst ausgebildete Maler müssen eine Kunstaffinität vorweisen, wenn sie diese Malereien ausführen wollen. Früher, wie heute, wird diese Aufgabe daher in erster Linie von grafischen Künstlern übernommen, aber dennoch verstehen sich auch einige Malermeister darauf. Nicht nur der künstlerische Wert spielt bei dieser Wandgestaltung eine Rolle. Ungünstig geschnittene, enge und kleine Räume können durch die geschickte Perspektive optisch erweitert und vergrößert werden. Der Raum verändert sich in seiner Gesamtheit.

Die Illusionsmalerei ist keine neue Erfindung. Schon vor Jahrtausenden in Pompeji wurde diese Malkunst geschickt angewandt. Die eigentliche Erwicklung wird dem Zeitalter der Renaissance zugeschrieben, in dem als Motive bevorzugt Traumlandschaften, Stillleben, gemalte Möbelstücke oder dekorative Elemente die Wand zierten. Fenster und Kuppeln dienten auch als optische Illusion für die Außenfassade, um diese aufzuwerten.

Heute gehört die Illusionsmalerei zu den wichtigsten Kunstmaltechniken, aber auch für die Wand- und Fassadengestaltung spielt sie wieder eine Rolle. Doch sie bleibt nur denen vorbehalten, die sich zum einen für diese sehr naive Art der Malerei interessieren und zum anderen auch die künstlerische Begabung für die Ausführung besitzen.

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