Initialenmalerei – eine alte Kunst wiederentdeckt

Mittelalterliche Schmuckinitialen üben einen ganz besonderen Reiz auf das Auge des Betrachters aus. Das kommt nicht von ungefähr, denn nicht selten verbirgt sich hinter der kunstvollen Malerei von Buchstaben und filigranen Ornamenten eine tiefer gehende Symbolik und Mystik. Diese Form der Malerei geht auf die Mönche zurück, die den ersten Buchstaben eines Textes gerne mit einem Großbuchstaben in aufwendigern Verzierung gestalteten. Dabei sind diese Initialen so filigran und mit einer großen Kunstfertigkeit gezeichnet, dass der Buchstabe fast kaum noch zu erkennen ist. Viele kleine Motive schlängeln sich um ihn herum.

Vorlagen für die mittelalterliche Initialenmalerei finden sich in Büchern und im Internet. An einer Wand machen sich Sprüche, Zitate und Lebensweisheiten in Verbindung mit den Schmuckinitialen sehr gut. Ist ein Motiv gefunden, dann wird es auf Transparentpapier übertragen oder ausgedruckt. Als nächstes wird es mithilfe von Kopierpapier auf die Wand übertragen. Das Ausmalen ist eine wirklich filigrane Handarbeit, der man sich mit viel Geduld widmen sollte. Die richtigen, feinen Pinsel und passende Acrylfarben sind für diese Malerei erforderlich. Dabei sollten die gewählten Farben mit der Wandfarbe harmonieren oder einen Einrichtungsaspekt im Raum wieder auffangen. Konturen und Innenlinien sollten nach dem Ausmalen des Motivs noch einmal mit schwarzer Farbe nachgezogen werden, denn so wirkt das Motiv noch plastischer. Für noch mehr Effekt können die Schmuckinitialen auch an den Rändern mit Blattgold verziert werden. Dazu eignet sich ein Blattgold-Set, das neben dem Blattgold, auch den Spezialkleber enthält. Die Verarbeitung ist recht einfach, zuerst wird der Kleber auf die zu vergoldende Stelle aufgetragen. Nach einer kurzen Trocknungszeit lässt sich das Blattgold leicht andrücken. Es empfiehlt sich, die fertig bemalten Initialen zum Abschluss mit einem schützenden Klarlack zu überziehen.

Diese besondere „Wandmalerei“ kann natürlich auch auf Möbel übertragen werden, eine alte Truhe wird so zu einem echt antiken Stück, wie frisch aus dem Mittelalter importiert. Die Truhe oder das Möbelstück sollten in einer Lackiertechnik gestrichen werden, die an „Alt“ erinnert. Hier bieten sich zum Beispiel Patina- oder Craquele-Techniken an.

Wem die Zeit und die Geduld für diese Malerei fehlt, der kann auch ausgedruckte oder kopierte Motive mit Tapetenkleister direkt auf die Wand kleben und mit Klarlack überziehen. Das geht ruckzuck, dafür fehlt allerdings der Charme, den eine solche, originale und einzigartige Dekorationsmalerei ausstrahlt. (375 Worte)

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