Der Stuckateur von heute

Das Berufsbild des Stuckateurs umfasst heute viele Einsatzbereiche. Es stellt sich auch die Frage danach, ob Gipser, Verputzer und Stuckateur das Gleiche ist. Pauschal mit ja oder nein kann man das nicht beantworten. Fest steht jedenfalls, dass die Bezeichnung Stuckateur von dem Werkstoff Stuck abgeleitet ist. Stuck aus Gips, Zement, Sand und Wasser hat sich vor allen Dingen als stilistisches Element in der Gestaltung von Wänden und Fassaden in verhangen Jahrhunderten einen großen Namen gemacht. Das Herstellen und Verarbeiten von Stuck erfordert sowohl kunsthandwerkliche Fähigkeiten als auch sehr viel Fingerspitzengefühl und Erfahrung, Viele Stuckateure, die sich heute auch mit der Renovierung von alten Fassaden aus Zeitepochen, wie Barock, Rokoko, Gründerzeit und Jugendstil beschäftigen, haben eine Zusatzausbildung als Restaurator oder Bauingenieur und eine langjährige Erfahrung in diesem Metier. Gerade die Denkmalpflege benötigt diese versierten Fachleute.

Aber auch im modernen Bauwesen spielt Stuck noch eine Rolle, auch wenn sich die Materialien geändert haben und die Formen nicht mehr nur an verspielte und romantische Elemente erinnern. Ein Stuckateur sollte das Handwerk des manuellen Stuckziehens und der Formung beherrschen und wissen, wie man Stuck im Abgussverfahren herstellt. Daneben erfüllt ein Stuckateur in seinem täglichen Arbeitsfeld alle Verputzarbeiten im Innen- und Außenbereich, er ist im Trockenbau mit dem Einziehen von Leichtbauwänden und abgehängten Decken beschäftigt und ein Ansprechpartner für die moderne Fassadendämmung mit Wärmedämm-Verbundsystemen. Der Aufgabenbereich ist entsprechend der Zeit also stark angewachsen. Einige Stuckateurbetriebe stellen Stuckelemente noch selbst im Abgussverfahren her, die sie dann zum Kauf anbieten. Aber die wiederbelebte Nachfrage nach Stuck hat auch viele Hersteller auf den Plan gerufen, die nach antiken Vorbildern Gips- und Zementstuck-Elemente für Innen und Außen anfertigen und z.B. über das Internet vertreiben.

Wer sein Eigenheim sanieren und renovieren möchte, der ist beim Stuckateur richtig, wenn es um Putz, Stuck und Dämmung geht. Die Begriffe Gipser und Verputzer sind eher der Umgangssprache entlehnt, wobei Gipser schon fast abwertend klingt, denn ein Stuckateur ist auch ein handwerklicher Künstler auf seinem Gebiet. Der Name Gipser wird in einigen Gegenden pauschal gebraucht, wenn es um den einfachen, glatten Gipsputz bei Wänden geht.

Material- und Werkstoffkunde sind für den Stuckateur von heute ungeheuer wichtig. Die Anforderungen an Dämmstoffe und die Zusammensetzung von Putzen erfordern sehr viel Fachkenntnis und Weiterbildung. Der Trockenbau hat neue Dimensionen eröffnet, auch hier ist Materialkunde von Bedeutung.

Info Link zum Thema: www.stuck-verband.de

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