Wandgestaltung ist ein Urbedürfnis der Menschen

Eine Wand ohne Alles, nur karge Betonsteine oder Gipskarton, damit fühlt sich niemand wohnlich wohl. Deshalb kommt der Wandgestaltung schon seit ewigen Zeiten ein ganz besonders großes Interesse zu. Nach der Wandgestaltung richtet sich im besten Falle die übrige Einrichtung des Raumes.

Die Geschichte zeigt uns vielfältige Wandgestaltungen und Wandverkleidungen, von denen einige heute wieder in sind, andere hingegen kommen überhaupt nicht mehr in Frage. Mit den Steinwänden einer Burg kann sich in unseren Tagen niemand anfreunden, wenn es um das behagliche Wohngefühl geht. Das Blockhaus in den Bergen steht jetzt in München, Düsseldorf oder in der Lüneburger Heide als exklusives und energetisch vorbildliches Blockbohlenhaus. Beide Varianten sind Beispiele für den eher funktionalen Aspekt von Wänden.

Doch bei der Innenraumgestaltung geht es in erster Linie um Optik und eigenes Wohlbefinden. Wandmalereien zieren schon seit Jahrtausenden die Pyramiden in Ägypten. Die Wand wurde gleichzeitig als Mittel zum Zweck genutzt, um nachfolgenden Generationen ein Stück Geschichte zu hinterlassen. Sie erzählten Begebenheiten und enthielten verschlüsselte Botschaften. Zu den herausragenden kunst- und kulturhistorischen Wandgestaltungen zählt die Freskomalerei. Die kunstvolle Dekorationsmalerei mit Motiven aller Art zog schon Griechen und Römer gleichermaßen in ihren Bann. Was wäre die Kunstwelt, ohne die Deckenmalereien von Michelangelo oder Giovanni Battista? Was nicht einmal annähend so am PC erstellt werden kann, ist eine Kunst, auf die sich heute nur noch sehr Wenige verstehen. Auch Kirchenmaler zogen durch das Land und haben ihre Handschrift an den Kirchenwänden hinterlassen.

Malerarbeiten sind demnach nicht nur streng an einen Anstrich, das Tapezieren oder das Verputzen von Wänden gebunden. Es ist allerdings so, dass sich die hohe Kunst der Dekorationsmalerei durch eine besondere Begabung auszeichnet, die nicht mit dem Beruf des Malers gleichzusetzen ist. Ein Malermeister, der auch freihändig Motive mit Pinsel und Farbe an die Wand bringen kann, bietet seinen Kunden natürlich einen Mehrwert. Meistens werden für diese Arbeiten jedoch Künstler beauftragt.

Vor einigen Jahren kam die Illusionsmalerei wieder in Mode, auch keine neue Erfindung, aber damit ließen sich nun imaginäre Türen und Fenster oder ganze Landschaften in den Wohnraum zaubern. Das Tor zu einer anderen Welt wurde geöffnet. Graffitis sind auch eine Form der Wandgestaltung, die jedoch einen eher negativen Beigeschmack haben, da sie meistens verbotenerweise leer stehende Gebäude zieren Dabei kann ein Graffiti an der Wand dem Raum eine dominante Note geben. Aber auch das ist eine Kunst für sich.

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